Köln-Deutz
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Deutz |
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Koordinaten | 50° 56′ 5″ N, 6° 59′ 16″ OKoordinaten: 50° 56′ 5″ N, 6° 59′ 16″ O | |
Fläche | 5,3 km² | |
Einwohner | 15.770 (31. Dez. 2007) | |
Bevölkerungsdichte | 2975 Einwohner/km² | |
Postleitzahl | 50679 | |
Vorwahl | 0221 | |
Stadtbezirk | Innenstadt (1) | |
Verkehrsanbindung | ||
Bundesstraße | ||
DB-Anschluss | Köln Messe/Deutz | |
Stadtbahn-Linien | 1 3 4 7 9 | |
Bus-Linien | 150 153 156 250 260 | |
Quelle: Strukturdaten der Stadt Köln (.zip) |
Deutz (lat. Divitia, seit dem 10. Jahrhundert Tuitium) war eine alte Stadt rechts des Rheins, seit 1888 ist es ein Stadtteil von Köln. Politisch gehört er dem Stadtbezirk Innenstadt an.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
Deutz grenzt im Osten an die Stadtteile Kalk und Humboldt/Gremberg. Im Süden befindet sich der Stadtteil Poll. Im Westen und im Nordwesten grenzt Deutz an den Rhein und im Nordosten an den Kölner Stadtteil Mülheim.
[Bearbeiten] Geschichte
Um das Jahr 310 errichteten die Römer eine Rheinbrücke, um bei den zunehmenden Aufständen der Germanen möglichst schnell Truppen über den Rhein zu bringen. Aber auch für den Handel mit den Germanen war die Brücke nützlich. Zur Sicherung der Brücke wurde auf dem rechten Rheinufer das Kastell Divitia errichtet. Die Rheinbrücke wurde etwa 100 Jahre später abgebrochen. Danach war Köln über mehr als 1400 Jahre ohne festen Rheinübergang.
Das alte Kastell wurde 1003 von Erzbischof Heribert von Köln in ein Benediktinerkloster, die Abtei Deutz, umgewandelt. Erzbischof Heinrich I. von Köln erhob 1230 Deutz zur Stadt, die lange Zeit zum Zankapfel zwischen der Stadt Köln, Kurköln und dem Herzogtum Berg wurde. 1583 wird Deutz im Kölner Krieg, der bis 1588 dauerte, vollständig zerstört. Nach dem Frieden von Nimwegen wurden 1678 die Festungswerke geschleift. Erst ab 1816 errichteten die Preußen eine neue Befestigungsanlage, deren Verlauf teilweise noch heute anhand mehrerer Straßen erkennbar ist (Helenenwallstraße, Reischplatz, Graf-Geßler-Straße, Kasemattenstraße). Zwischen Benediktinerabtei und späterer Eisenbahn wurde für die Kürassiere ein Kasernenneubau errichtet, der nach dem Ersten Weltkrieg umgebaut wurde und anschließend das Rheinische Museum aufnahm (heute Landeshaus).
Deutz kam 1803 an Nassau-Usingen, 1806 an das Großherzogtum Berg und 1814 zu Preußen. Es wurde die Bürgermeisterei Deutz gebildet, die an den Kreis Köln kam. 1857 wurde die Bürgermeisterei Deutz in die Stadt Deutz und in die Bürgermeisterei Deutz-Land geteilt. Letztere wurde 1867 in Bürgermeisterei Kalk umbenannt. Schließlich folgte 1888 die Eingemeindung in die Stadt Köln.
In den 1840er Jahren wurde Deutz zum Endpunkt mehrerer Eisenbahnlinien. 1859 wurden diese durch die Dombrücke mit den linksrheinischen Eisenbahnen verbunden. Seit Beginn der 1860er Jahre entstanden in Deutz und dem benachbarten Kalk zahlreiche Industriebetriebe, für die innerhalb der engen Stadt Köln kein Platz war. 1907 wurde der seit längerem benötigte leistungsfähige Rheinhafen für die Deutzer Industrie in Betrieb genommen. Die Dombrücke wurde 1911 durch die Hohenzollernbrücke an derselben Stelle ersetzt. 1913 wurde der heutige Deutzer Bahnhof eröffnet.
1915 wurde als zweite Rheinbrücke die Deutzer Brücke eröffnet. 1959 folgte mit der Severinsbrücke die dritte Brücke, welche Deutz mit der Innenstadt verbindet.
Ab 1922 wurden am Rheinufer nördlich der Hohenzollernbrücke die ersten Bauabschnitte der Kölner Messehallen (Rheinhallen) errichtet.
Am 1. Januar 1975 kam Deutz an den neu begründeten Stadtbezirk Innenstadt.
Der Stadtteil besteht aus einem alten Kern mit engen Straßen und vorgelagerten Wohn- und Gewerbeflächen.
[Bearbeiten] Bürgermeister
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[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten / Standort Deutz
- Hohenzollernbrücke, eine Eisenbahn- und Fußgängerbrücke zur Innenstadt
- Neu St. Heribert, eine Kirche mit dem bekannten Heribert-Schrein
- Deutzer Freiheit, eine Einkaufsstraße
- Festplatz am Rhein (Deutzer Werft zwischen Deutzer Brücke und Severinsbrücke)
- Rheinpark, ein kommunales Freizeit- und Veranstaltungsgelände
- JugendPark (Städtische Jugendeinrichtung)
- Fachhochschule Köln:Ingenieurwissenschaftliches Zentrum (IWZ)
- LANXESS Arena (bis zum 1. Juni 2008 Kölnarena), eine Mehrzweckhalle (im Volksmund: Henkelmännchen; wegen der Bogenkonstruktion für das Dach)
- KölnTriangle, ein Bürohochhaus mit öffentlicher Aussichtsplattform
- Stadthaus Deutz, das Technische Rathaus der Stadt Köln
- Lommerzheim, bekannte wiedereröffnete Kölschkneipe
[Bearbeiten] Verkehr
Im Bahnhof Köln Messe/Deutz halten nahezu alle Züge, die auch im Kölner Hbf halten, mit Ausnahme einiger Züge des Fernverkehrs. Dafür halten auf den Tiefbahnsteigen des Bahnhofs einige ICEs der Relation Frankfurt - Düsseldorf, welche nicht bis zum Hauptbahnhof fahren, da sie dort die Fahrtrichtung ändern müssten. Wegen Umbauarbeiten wurde der Tiefbahnhof das ganze Jahr 2007 über gesperrt, die hier normalerweise haltenden Züge ließen den Halt aus.
Die Kölner Stadtbahn besitzt in Deutz mit der Station Bahnhof Deutz / Kölnarena einen ihrer Knotenpunkte. Hier halten die Linien 1, 3, 4 und 9. Nach der Überquerung des Rheins auf der Deutzer Brücke biegt die Linie 7 nach Süden Richtung Poll - Porz ab.
Der Autoverkehr kann in Deutz einen Autobahnzubringer Richtung Süden nutzen. Dieser führt über die Autobahn A 559 zu den Autobahnen A 4, A 59 und A 3, also in Richtung Frankfurt am Main, Bonn, Aachen und zum Kölner Flughafen. Richtung Norden führt die Deutz-Mülheimer-Str. und daran anschließend der Pfälzische Ring zur sog. "Stadtautobahn" B 55a an der Zoobrücke. Von hier erreicht man die A 1 und A 3 Richtung Norden, also nach Düsseldorf/Duisburg/Oberhausen, Wuppertal und Dortmund sowie die A 4 in östlicher Richtung nach Olpe. Die Severinsbrücke und ihr folgend der Deutzer Ring sind Teil der B 55.
Der Verkehr auf dem Wasser wird in Deutz vom Deutzer Hafen vertreten. Ende 1904 wurde mit dem Bau begonnen. 1907 wurde der Hafen fertig gestellt und seiner Bestimmung übergeben. Der Deutzer Hafen ist für den Güterumschlag auch weiterhin unverzichtbar. Mit rund einer halben Million Tonnen Umschlag im Jahr behauptet er bis heute seinen Stellenwert als Umschlagplatz vor allem für Getreide, Kreide und Schrott. Der Hafen mit einer Wasserfläche von 81.400 m² wird von der HGK betrieben. Der Hafen hat einen eigenen HGK-Gleisanschluß. Im Vorhafenbereich unterhalb der historischen Drehbrücke ist die Hafenfeuerwache Köln und die Wasserschutzpolizei stationiert.
In Höhe des Stromkilometers 689 verbindet die Rheinfähre „Strolch“ den Messebereich mit der City.
[Bearbeiten] Wirtschaft
2005 trennte sich die KölnMesse von den Rheinhallen. Bis 2009 wird innerhalb der historischen Backsteinfassade ein Bürokomplex für den TV-Sender RTL und die ehemalige Kölner Gerling-Versicherung entstehen.
- Deutz AG (Motorenhersteller)
- EASA
- Ellmühle, größte Getreidemühle in Deutschland. Sie verarbeitet jährlich 360.000 t Weizen und Roggen und gehört zur Kampffmeyer-Gruppe
- Koelnmesse (Kölner Messegesellschaft)
- Lufthansa
- Omya, Tanklager für Calciumcarbonat
- Roland Rechtsschutz
- STRABAG SE
- Züblin
In Deutz hat auch der Landschaftsverband Rheinland seinen Sitz.
[Bearbeiten] Weblinks
- Offizielle Webseite der Stadt Köln zum Stadtteil Deutz
- Neues Kulturzentrum am Deutzer Hafen
- Jona Lendering: Artikel bei Livius.org (englisch)
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