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Henrik Ibsen – Wikipedia

Henrik Ibsen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Henrik Ibsen
Henrik Ibsen

Henrik Johan Ibsen (* 20. März 1828 in Skien/Norwegen; † 23. Mai 1906 in Kristiania, damaliger Name von Oslo) war ein norwegischer Schriftsteller und Dramatiker.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben und Werk

[Bearbeiten] Kindheit und Jugend (1828-1850)

Henrik Ibsen entstammte den vornehmsten und ältesten norwegischen Familien, unter anderem der Familie Paus. Er wurde in Skien (Telemark) geboren. Sein Vater Knud Ibsen war ein wohlhabender Kaufmann, der aber Bankrott anmelden musste, als Henrik gerade acht Jahre alt war. Die Familie war gezwungen, auf das ländliche Gut Venstøp zu ziehen, wo Henrik, seine Eltern und seine vier jüngeren Geschwister isoliert von der Stadtgesellschaft lebten. Als Sechzehnjähriger begann Henrik 1844 eine Lehre in der Reimannschen Apotheke in Grimstad.

[Bearbeiten] Oslo und Bergen (1850-1864)

Im Jahre 1850 lebte Henrik Ibsen in Christiania (Oslo), wo er die sogenannte Heltbergsche „Abiturientenfabrik“ besuchte und Kontakt zur norwegischen Arbeiterbewegung des utopischen Sozialisten Marcus Thrane aufnahm. Hier entstand 1848 unter dem Eindruck der Februarrevolution in Frankreich auch sein erstes Stück mit einem Stoff aus der römischen Geschichte, Catilina. Im Alter von 20 Jahren befreundete er sich mit Bjørnstjerne Bjørnson. In Oslo gab er zusammen mit Paul Botten-Hansen und Aasmund Olavsson Vinje das Wochenblatt Andhrimner heraus. Während dieser Zeit beschäftigte er sich intensiv mit altnordischer Geschichte und Volkskunde.

Henrik Ibsen (um 1870)
Henrik Ibsen (um 1870)

Im November 1851 berief ihn Ole Bull als Hausdichter und künstlerischer Leiter an das Norske Theater in Bergen, wo man sich um den Aufbau eines norwegischen Nationaltheaters bemühte. Zu dessen Repertoire sollte Ibsen jedes Jahr ein Stück beisteuern. Vor diesem Hintergrund entstanden die sogenannten nationalromantischen Dramen, darunter Die Johannisnacht (Uraufführung 1853), Frau Inger auf Östrot (UA 1855) und Das Fest auf Solhaug (UA 1856), aus denen bereits eine Kritik an konservativ-nationalen Ideen erkennbar war. Die künstlerische Leitung dort hatte er fast sechs Jahre inne. 1852 begab er sich auf eine Studienreise nach Kopenhagen und Dresden, um die dortigen Theaterverhältnisse zu studieren. In der dänischen Hauptstadt wurde er vom Intendanten und Dramatiker Johan Ludvig Heiberg empfangen und sah unter anderem Stücke von Holberg und Oehlenschläger. In Dresden begleitete ihn ein berühmter Landsmann, der norwegische Maler Johan Christian Dahl, in das damals sehr anerkannte Hoftheater, in dem die Schauspieler Emil Devrient und Bogumil Dawison (als Gaststar) brillierten.

1857 übernahm Ibsen die Leitung des Kristiania Norske Theater in Christiania (Oslo). Am 18. Juli 1858 heiratete er Suzannah Thoresen; aus der Ehe ging ein Sohn hervor. Der Konkurs des Kristiania Norske Theaters 1862 belastete ihn sehr. Obwohl ihm sein 1864 uraufgeführtes Stück Die Kronprätendenden den ersten großen Erfolg einbrachte und Ibsen in Norwegen verwurzelt war, verließ er noch im selben Jahr seine Heimat. Er fühlte sich von seinen Landsleuten verkannt und angefeindet. Außerdem missfiel ihm, dass Norwegen dem Brudervolk der Dänen, das sich im Krieg mit Preußen befand, nicht die eigentlich versprochene Unterstützung gewährte. Bjørnstjerne Bjørnson organisierte ihm ein Stipendium für eine Studienreise. Insgesamt jedoch sollte Ibsen 27 Jahre im 'freiwilligen Exil' verbringen, zunächst in Italien (Rom), später in Deutschland (Dresden, München).

[Bearbeiten] "Freiwilliges Exil" in Italien und Deutschland (1864-1891)

In der Zeit des „freiwilligen Exils“ entstanden Ibsens bedeutendste Bühnenwerke. Zunächst schrieb er 1866 Brand (Uraufführung 1885) und 1867 Peer Gynt (UA 1876). Die Protagonisten dieser Stücke schilderte er psychologisch genau. Das 1873 entstandene zehnaktige Doppeldrama Kaiser und Galiläer (UA 1896) sah Ibsen als sein Hauptwerk an. Die Aufführung von Stützen der Gesellschaft 1877 markiert aus heutiger Sicht die Geburt einer neuen dramaturgischen Gattung, des naturalistischen Gesellschaftsdramas, welches als Ausgangspunkt des modernen Dramas gilt. Es folgten 1879 Nora oder Ein Puppenheim und 1881 Gespenster. In Die Wildente (UA 1884) rückte Ibsen das menschliche Individuum stärker in den Mittelpunkt. Mit den darauf folgenden Dramen gelangte Ibsen zu immer feineren psychologischen Deutungen seiner Hauptpersonen. Die Stücke sind zudem auf den einen Moment, der die verhängnisvollen Verfehlungen eines Individuums in der Vergangenheit aufdeckt, hin konzipiert. Dieses Verfahren wird vielfach mit der retrospektiven Technik des antiken Dramas (Sophokles, Euripides) verglichen. Der Unterschied besteht allerdings darin, dass Ibsen - anders als die griechischen Klassiker - die Eigenverantwortlichkeit des Menschen und nicht das unabänderliche Schicksal betont. Das Erscheinen der Gesellschaftsdramen rief oft Skandale hervor. Beispielsweise waren die Gespenster an den Theatern lange Zeit verboten und wurden zunächst in Chicago uraufgeführt.

[Bearbeiten] Rückkehr nach Norwegen (1891-1906)

1891 kehrte Henrik Ibsen nach Norwegen zurück. Zu seinem 70. Geburtstag 1898 wurden ihm zahlreiche Ehrungen zuteil. Ab diesem Jahr begannen parallel in Norwegen und in Deutschland auch erste Werkausgaben zu erscheinen. Zwei Jahre später hatte Ibsen den ersten einer Reihe von Schlaganfällen. Ab 1902 war er nach einem weiteren Schlaganfall halbseitig gelähmt. Er starb am 23. Mai 1906 in seiner Wohnung in Kristiania. Henrik Ibsen wird als einer der bedeutendsten norwegischen Dramatiker verehrt.

[Bearbeiten] Nachwirkung

Standbild vor dem Nationaltheatret von Stephan Sinding
Standbild vor dem Nationaltheatret von Stephan Sinding

Henrik Ibsen wurde als Dramatiker bekannt, welcher gegen die Moral und „Lebenslüge“ seiner Zeit in den Kampf zog. Seine bürgerlichen Dramen waren mit ernster Ethik verbunden und zeigten großes psychologisches Einfühlungsvermögen. Sein Sprachgefühl und seine Kenntnis der altnordischen Sagen gaben seiner dramatischen Sprache einen kräftigen Ton, der gegenüber der seinerzeit alleingültigen dänischen Dichterschule einen schroffen Eindruck machte. Neben dem Naturalismus geht durch die Dramen Ibsens auch ein mystischer Zug, der sich in Alterswerken bis zum Symbolismus ausweitet und mitunter unvermittelt der Beschreibung der Realität gegenübersteht.

Bereits zu Lebzeiten wurden Ibsen zahlreiche Orden verliehen. Das Andenken an Ibsen wird in seiner Heimatstadt Skien besonders lebendig gehalten. Hier gibt es diverse Stätten der Ibsen-Verehrung und das jährliche Ibsen-Kultur-Festival. Vor dem Nationaltheatret in Oslo steht ein von Stephan Sinding geschaffenes Standbild Ibsens (und auch Bjørnsons), das 1899 enthüllt wurde. Am Nationaltheater findet im zweijährigen Rhythmus auch das internationale Ibsen Stage Festival statt, das Ibsen-Produktionen aus vielen Ländern der Welt in die norwegische Hauptstadt einlädt.

Der 1886 in Berlin gegründete S. Fischer Verlag eröffnete 1887 sein literarisches Verlagsprogramm mit der Herausgabe von Ibsens Schauspiel Rosmersholm. Fast alle Dramen Ibsens wurden wiederholt ins Deutsche übersetzt.

[Bearbeiten] Zitate

  • Die große Aufgabe unserer Zeit ist es, alle bestehenden Institutionen in die Luft zu jagen - zu zerstören.[1]

[Bearbeiten] Werke

Die Berliner Secessionsbühne eröffnet 1900 mit Komödie der Liebe. Plakat von Edmund Edel
Die Berliner Secessionsbühne eröffnet 1900 mit Komödie der Liebe. Plakat von Edmund Edel

[Bearbeiten] Fußnoten

  1. Ruland, Richard und Malcolm Bradbury (1991) From Puritansim to Postmodernism, Harmondsworth, Mittlesex, S. 219.

[Bearbeiten] Literatur

  • Wladimir Admoni: Henrik Ibsen. Die Paradoxie eines Dichterlebens. München: Beck. 1991. (= Beck'sche Reihe; 619; Autorenbücher) ISBN 3-406-33166-1
  • Lou Andreas-Salomé: Henrik Ibsens Frauen-Gestalten nach seinen sechs Familien-Dramen. Berlin: Bloch. 1892.
  • Herlinde Nitsch Ayers: Selbstverwirklichung - Selbstverneinung. Rollenkonflikte im Werk von Hebbel, Ibsen und Strindberg. New York u. a.: Lang. 1995. (= Studies on themes and motifs in literature; 15) ISBN 0-8204-2668-7
  • Rüdiger Bernhardt: Henrik Ibsen und die Deutschen. Berlin: Henschelverl. Kunst. u. Gesellschaft. 1989. ISBN 3-362-00298-6
  • Marc Boettcher: Henrik Ibsen. Zur Bühnengeschichte seiner „Gespenster“. Frankfurt am Main u. a.: Lang. 1989. (= Europäische Hochschulschriften; Reihe 30; 34) ISBN 3-631-42166-4
  • Maria Deppermann u. a. (Hrsg.): Ibsen im europäischen Spannungsfeld zwischen Naturalismus und Symbolismus. Kongreßakten der 8. Internationalen Ibsen-Konferenz, Gossensaß, 23. - 28. Juni 1997. Frankfurt am Main u. a.: Lang. 1998. ISBN 3-631-33048-0
  • Uwe Englert: Magus und Rechenmeister. Henrik Ibsens Werk auf den Bühnen des Dritten Reiches. Tübingen u. a.: Francke. 2001. (= Beiträge zur nordischen Philologie; 30) ISBN 3-7720-3093-9
  • Robert Ferguson: Henrik Ibsen. Eine Biographie. München: Kindler. 1998. ISBN 3-463-40309-9
  • Ivo de Figueiredo: Henrik Ibsen. Mennesket. Oslo: Aschehoug. 2006. ISBN 978-82-03-22892-6
  • Ivo de Figueiredo: Henrik Ibsen. Masken. Oslo: Aschehoug. 2007. ISBN 978-82-03-23384-5
  • Käte Hamburger: Ibsens Drama in seiner Zeit. Stuttgart: Klett-Cotta. 1989. ISBN 3-608-95665-4
  • Michaela Giesing: Ibsens Nora und die wahre Emanzipation der Frau. Zum Frauenbild im wilhelminischen Theater. Frankfurt am Main u. a.: Lang. 1984. (= Studien zum Theater, Film und Fernsehen; 4) ISBN 3-8204-5160-9
  • Hans H. Hiebel: Henrik Ibsens psycho-analytische Dramen. Die Wiederkehr der Vergangenheit. München: Fink. 1990. ISBN 3-7705-2621-X
  • Ibsens Dramen. Stuttgart: Reclam. 2005. (= Reclams Universal-Bibliothek, 17530: Interpretationen) ISBN 3-15-017530-5
  • Susanne Kramarz: Eyolf. Kinder und Kinderschicksale im Werk Henrik Ibsens. Frankfurt am Main u. a.: Lang. 1990. (= Texte und Untersuchungen zur Germanistik und Skandinavistik; 24) ISBN 3-631-43069-8
  • Lena Kühne: Ibsen im Spiegelkabinett. Verfremdung der Gesellschaftsdramen Henrik Ibsens in Parodien und verwandten Rezeptionsformen im deutschen und skandinavischen Sprachraum. Wien: Ed. Praesens. 2004. (= Wiener Studien zur Skandinavistik; 10) ISBN 3-7069-0226-5
  • Hans Georg Meyer: Henrik Ibsen. Erg. und überarb. Aufl. München: Deutscher Taschenbuch-Verl. 1977. (= dtv; 6846; Dramatiker des Welttheaters) ISBN 3-423-06846-9
  • Ingunn Moe: Deutscher Naturalismus und ausländische Literatur. Zur Rezeption der Werke von Zola, Ibsen u. Dostojewski durch die deutsche naturalistische Bewegung (1880-1895). Frankfurt am Main u. a.: Lang. 1983. (= Europäische Hochschulschriften; Reihe 1; Deutsche Sprache u. Literatur; 729) ISBN 3-8204-5262-1
  • Fritz Paul (Hrsg.): Henrik Ibsen. Darmstadt: Wiss. Buchges. 1977. (= Wege der Forschung; 487) ISBN 3-534-07071-2
  • Anita von Raffay: Die Macht der Liebe - die Liebe zur Macht. Psychoanalytische Studien zu Liebe/Macht-Verhältnissen in Dramen Wagners und Ibsens. Frankfurt am Main u. a.: Lang. 1995. ISBN 3-631-48159-4
  • Emil Reich: Henrik Ibsens Dramen, Zwanzig Vorlesungen gehalten an der Universität Wien, S. Fischer Verlag Berlin, Erstausgabe 1902, Zwölfte Auflage 1918.
  • Gerd Enno Rieger: Henrik Ibsen. Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. 4. Aufl. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt. 1993. (= Rowohlts Monographien; 295) ISBN 3-499-50295-X
  • Steven F. Sage: Ibsen and Hitler: The Playwright, the Plagiarist, and the Plot for the Third Reich. New York 2006, ISBN 978-0-7867-1713-2
  • Matthias Sträßner: Flöte und Pistole. Anmerkungen zum Verhältnis von Nietzsche und Ibsen. Mit einem Anhang. Würzburg: Königshausen u. Neumann. 2003. ISBN 3-8260-2539-3
  • Heidi u. Christoph Wetzel: Henrik Ibsen. Salzburg: Andreas. 1984. (= Die großen Klassiker; 31) ISBN 3-85012-135-6
  • Die Beeinflussung von Henrik Ibsen durch Søren Kierkegaard, speziell bei dessen Stück Peer Gynt von Peter G. Vornlocher (The influence of Henrik Ibsen by Søren Kierkegaard, particularly with its piece of Peer Gynt)[1]

[Bearbeiten] Verfilmungen

[Bearbeiten] Weblinks

Commons
 Commons: Henrik Ibsen – Bilder, Videos und Audiodateien

Siehe auch: Liste norwegischsprachiger Schriftsteller


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