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Ober Sankt Veit – Wikipedia

Ober Sankt Veit

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Ober Sankt Veit
Wappen Karte
Wappen von Ober Sankt Veit
Pfarrkirche Ober Sankt Veit
Pfarrkirche Ober Sankt Veit

Ober-St.-Veit (amtliche Schreibung der Stadt Wien mit Bindestrichen; oft auch ohne diese zu lesen) ist ein Bezirksteil des Wiener Gemeindebezirks Hietzing und eine der 89 Wiener Katastralgemeinden.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Als erste urkundliche Erwähnung liegt eine Schenkung Kaiser Heinrich II. an die Bamberger Dombrüder aus dem Jahre 1015 vor. 1969 wurde eine paläolithische Siedlung im heutigen Ober-St.-Veit gefunden, die die älteste Spur menschlichen Lebens in Wien ist (etwa 20.000 bis 25.000 Jahre alt). Weitere Namen für St. Veit waren auch Godtinesfeld sowie An der Wien und Auf der Wien. St. Veit litt im 15. Jahrhundert unter den Truppen des Matthias Corvinus und wurde während der Wiener Türkenbelagerungen verwüstet.

Im Jahr 1762 verkaufte Erzbischof Kardinal Migazzi Schloss und Herrschaft Ober-St.-Veit an Kaiserin Maria Theresia; 1779 kaufte die Erzdiözese beides zurück. Das Schloss Ober-St.-Veit fand später als Sommerresidenz der Erzbischöfe Verwendung. Im Umfeld des Schlosses kam es zur Ansiedlung landwirtschaftlicher und handwerklicher Betriebe. Anfangs stand der Weinbau im Vordergrund. Dieser wurde durch regelmäßige Trockenperioden und den Befall durch die Reblaus immer schwieriger, sodass sich im 19. Jahrhundert die Milchwirtschaft durchsetzte (mehr als 150 Kühe, 2 große Meiereien: Familien Glasauer und Wimpissinger).

Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde begonnen, die durch Weinbau und Landwirtschaft frei werdenden Flächen zu bebauen (vor allem auch Villen, wie zuvor bereits in Hietzing). Seit diesen Zeiten war Ober-St.-Veit eine von Adel und reichen Bürgern bevorzugte Sommerfrische nahe Wien. Damit wurde im 19. Jahrhundert Ober-St.-Veit zum Wiener Nobelviertel. Bis 1867, zum Jahr des Ausgleichs zwischen Österreich und Ungarn, bildeten das heutige Ober-St.-Veit und Unter-St.-Veit gemeinsam die Gemeinde St. Veit an der Wien. 1870 wurde diese Gemeinde in zwei selbstständige geteilt; schon 1890/1892 wurden beide nach Wien eingemeindet.

Im Jahr 1904 stellte Bürgermeister Dr. Karl Lueger einen Antrag für einen Wald- und Wiesengürtel an der Peripherie der Stadt. Damit liegt Ober-St.-Veit seit 1905 in einem geschützten Grünbereich, zu dem auch der Himmelhof gehört.

1945 bis 1955 befand sich Ober-St.-Veit im britischen Sektor Wiens.

[Bearbeiten] Geografie

Grenzen:

Das zur Katastralgemeinde Ober St. Veit (so!) gehörige kleine Gebiet östlich der Verbindungsbahn, das von Beckgasse und Mühlbachergasse begrenzt ist, wird heute nicht als Teil Ober-St.-Veits wahrgenommen. Es liegt dem Ortskern und der U-Bahn-Station Unter-St.-Veit wesentlich näher als deren Ober-St.-Veiter Pendants.

[Bearbeiten] Beliebte Ausflugsziele

[Bearbeiten] Interessante Bauwerke

  • Werkbundsiedlung (1930-32) - Als "wichtigste Manifestation der Moderne in Österreich" wird jene Siedlung von ehemals 70 Häusern bezeichnet, die in der "Hagenau" zwischen Jagdschlossgasse und Veitingergasse errichtet wurde (Koordination: Arch. Josef Frank.
  • Erzbischöfliches Schloss (1194 Adelssitz, 1365 von Herzog Rudolf IV. dem Kapitel von St. Stephan geschenkt, 1529 von den Türken zerstört. In den Jahren 1650-1654 entstand nach Auftrag von Bischof Philipp Graf Breuner ein barockes, repräsentatives Residenzschloß, das trotz einiger späterer Umgestaltungen noch heute in den wesentlichen Elementen unverändert erhalten ist. Baumeister war Domenico Carlone, Steinmetzmeister Ambrosius Regondi, Richter im kaiserlichen Steinbruch lieferte das Haupttor und Stiegenaufgang. Der Stich von G.M.Vischer (1672) zeigt das Schloss im wesentlichen in seiner heutigen Form (nur der Turm wurde unter Erzbischof Sigismund Kollonitsch 1742 abgetragen).

1762-77 Umgestaltung von Nikolaus Pacassi, Wandbilder von Johann Baptist Wenzel Bergl, später bis ca. 1930 Sommersitz des Wiener Erzbischofs, heute Sitz kirchlicher Schulen)

  • Barockkirche Ober-St.-Veit, urkundlich 1365, 1433 neugebaut, 1529 und 1683 zerstört, spätgotischer Chor, Langhaus 1742; Baumeister Matthias Franz Gerl
  • Ober-St.-Veiter Friedhof mit Mausoleum (Grab Egon Schieles, Gemeindeberggasse)
  • U-Bahn-Station Ober-St.-Veit - Architekt Otto Wagner
  • Jugendstil-Wohnhaus - Architekt Otto Wagner Junior - Schlossberggassse 14
  • Kloster des Karmelitenordens (Schwestern) - Hanschweg 1
  • Kloster und Gymnasium der Dominikanerinnen

[Bearbeiten] Grünflächen und Parks

[Bearbeiten] Berge und Erhebungen

[Bearbeiten] Berühmte Ober-St.-Veiter

  • Rudolf Slatin genannt Slatin Pascha (1857-1932), General der ägyptischen Armee und Generalmajor der britischen Armee und österreichischer Geheimrat Sein Schwert ist im Hietzinger Bezirksmuseum ausgestellt.
  • Franz Schmidt (1874-1939), Komponist der österreichischen Spätromantik, Rektor der Akademie für Musik und darstellende Kunst
  • Fritz Moravec (1922-1997), bedeutender Bergsteiger und Expeditionsleiter (Himalaya, Spitzbergen, Aconcagua, Dhaulagiri)
  • Egon Schiele (1890-1918), einer der bedeutendsten österreichischen Maler und Zeichner (früher Wiener Expressionismus), lebte zwar nicht in Ober-St.-Veit, hatte aber 1912-1918 sein Atelier in der Hietzinger Hauptstrasse 101 (Gedenktafel), starb am 31. Oktober 1918 in der Hietzinger Hauptstraße 114 (Gedenktafel) und ist am Ober-St.-Veiter Friedhof beigesetzt
  • Karl Popper (1902-1994), Philosoph und Wissenschaftstheoretiker

[Bearbeiten] Weblinks

Koordinaten: 48° 11′ 17″ N, 16° 15′ 59″ O


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